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Weingeschichte Peru

Wie kam der Wein eigentlich nach Peru?

Ein interessanter Fakt gleich zu Beginn ist, dass die ersten Weinreben auf dem amerikanischen Kontinent in Peru gepflanzt wurden. Im 16. Jahrhundert brachten sie die Spanier mit. Diese waren bereits vertraut mit dem Weinanbau und galten als große Weinerzeuger jener Zeit. 

Im Jahr 1540 führte Don Francisco Carabantes die Traube in den Küstenregionen des Ica und des Pisco Tals ein. Bartolomé Terrazas war der erste Winzer, der die Trauben seiner Ernte für die Herstellung von Wein anbot und setzte mit diesem Ereignis die Weinproduktion in Peru in Gang. Damals wurde der Wein sogar von Peru nach Spanien exportiert, bis Anfang des 17. Jahrhunderts diesem Handel vonseiten Spaniens ein Ende gesetzt wurde.

Historische Aufzeichnungen aus dieser Zeit belegen, dass die erste Weinbereitung in Südamerika in der Hacienda Marcahuasi von Cuzco stattfand. Die größten und bekanntesten Weinberge des 16. und 17. Jahrhunderts wurden jedoch im Ica-Tal, im Süden Zentralperus angelegt.

Peruanische Weinbauern belieferten die Stadt Lima, das wichtigste politische Zentrum Südamerikas im 16. und 17. Jahrhundert. 1687 wurde die gesamte Südküste Perus von dem "großen Erdbeben" erschüttert, welches die Städte Villa de Pisco und Ica zerstörte. Das Erdbeben ruinierte Weinkeller samt Töpferbehältern, die zur Weinlagerung dienten. Dieses Ereignis markierte das Ende des peruanischen Weinbooms.

 
 

Und das war's schon mit dem Weinboom?

Die peruanische Weinherstellung wurde daraufhin zum einen durch Faktoren wie Religion und die Tatsache, dass die Produktion von "Pisco", der ebenfalls aus Trauben hergestellt wird, zu Beginn des 18. Jahrhunderts erheblich zunahm, weiter in Frage gestellt. Pisco hatte bereits einen gewissen Grad an Weltruhm erlangt und gilt seit jeher als das Nationalgetränk Perus. Man findet auch heute keine peruanische Weinkellerei, die neben ihren Weinen keinen Pisco herstellt.

Während des 19. Jahrhunderts ging der peruanische Weinanbau dann weiter zurück, da einerseits die Nachfrage im industrialisierten Europa viele peruanische Winzer dazu veranlasste, die Landnutzung von Weinreben auf lukrative Baumwollfelder zu verlagern.

Zum anderen fiel ein Großteil der Weinberge im Jahr 1888 der Reblaus zum Opfer, was die Schließung sämtlicher Weingüter und somit die Unterbrechung des Weinanbaus für mehrere Jahre zur Folge hatte. 

Doch so schnell war die Geschichte mit dem peruanischen Wein noch nicht vorbei. Nach erfolgreicher Schädlingsbekämpfung wurde der Anbau von Weinreben wieder aufgenommen, diesmal mit dem Ziel, die vielfältigen Gerichte der peruanischen Küche zu begleiten. Als einer der größten Piscohersteller der Welt kam irgendwann die Erkenntnis, dass die Kombination von Essen und Pisco, welcher ebenfalls aus Trauben erzeugt wird, nicht die Beste war und man widmete sich von nun an der Produktion von hochqualitativen Weinen, die das Essen nicht nur begleiten, sondern auch dessen Geschmack hervorheben sollten.

 

Wie sieht es heute mit dem Weinanbau in Peru aus?

Peru teilt mit den Weinregionen Chiles ein ähnlich günstiges Klima für die Weinproduktion. Im Jahr 2012 waren in Peru rund 15.000 Hektar Weinberge (einschließlich Tafeltrauben) mit 650.000 Hektolitern produziertem Wein bepflanzt, mit einem wachsenden positiven Trend für mehr.

 

Die meisten Weinberge befinden sich an der zentralen Küste um Pisco und Ica, wo der Großteil der peruanischen Weinproduktion stattfindet.

Die peruanischen Weinexporte waren bis vor kurzem - im Vergleich zu anderen kommerziell stärker entwickelten südamerikanischen Ländern wie Chile und Argentinien - eher begrenzt. Perus Weinkellereien arbeiten ruhig und langsam mit verschiedenen Rebsorten und mit traditionellen Weinherstellungstechniken. Mittlerweile ist der peruanische Wein wieder auf dem internationalen Markt angekommen - mit einigen aufregenden Qualitätsweinen.

 

Welche sind die wichtigsten Weinregionen des Landes?

Die Provinz Ica ist ein idealer Ort für den Anbau von Weinsorten. Perus beste Weingüter befinden sich hier und werden als "Bodegas" bezeichnet, was soviel wie "Weingüter" bedeutet. Allen peruanischen Weingütern wird dieses Wort vorangestellt; Bodega Tacama, Bodega Ocucaje, usw.

 

Zu den wichtigsten Rebsorten gehören: Albillo, Alicante Bouschet, Barbera, Cabernet Sauvignon, Grenache, Malbec, Moscatel, Sauvignon Blanc und Torontel.

In Peru gibt es 5 verschiedene Weinanbaugebiete: die Nordküste, die Zentralküste, die Südküste, das Andengebirge und die Selva (der peruanische Regenwald). Die wichtigsten Weingebiete liegen an der Zentral- und Südküste (siehe Bild), wo die bekanntesten Weine wie Tacama, Vista Alegre und Ocucaje produziert werden.

 

Die besten Reben werden in diesen fruchtbaren bewässerten Gebieten angebaut, die von den kühlen Strömungen der Küsten-Luft profitieren, die in die Weinberge aufsteigen. Diese tageszeitlichen Unterschiede können außergewöhnliche Bedingungen für den Weinanbau schaffen. Peru hat die gleiche Höhenlage und den gleichen Einfluss des Ozeans wie Chile. Peru ist praktisch frostfrei und in vielen Teilen wüstenhaft und trocken, wie im Norden Chiles - es hat ein großes Weinbaupotential.

 

Peruanische Weinbautraditionen – Ideale Bedingungen und große Vielfalt

Die peruanischen Weinkellereien folgen vielen der alten Weinbautraditionen, einschließlich des Kelterns der Trauben mit den Füßen. Während der Weinlesezeit finden in ganz Peru viele Feste statt, und es ist nicht ungewöhnlich, dass die gesamte Gemeinde, die sich in der Nähe eines dieser Weingüter befindet, dabei hilft, die Trauben während der Feierlichkeiten zu stampfen.

 

In jüngster Zeit hat es bei den Weinkellereien eine Bewegung gegeben, die traditionellen peruanischen Methoden zugunsten modernerer Praktiken der Gärung in Eichenfässern und der Verwendung von Edelstahltanks aufzugeben.

Die Vielfalt der Rebsorten in Peru zu Kolonialzeiten war groß: von der Criolla-Traube, wie die Listán Prieto und Negramoll, bis hin zu einer Vielzahl von Moscatels und Albillas. Sie wurden zur Herstellung von Tafelweinen, Mistelas und Pisco verwendet. In Peru wurde die einzige südamerikanische Mestiza-Traube geboren: die Quebranta. Sie war eine Kreuzung zwischen Listán Prieto und Negramoll, eine graue [rosa] Traube von großer Qualität und hoher Produktivität. Perus genetische Weinrebenbank ist - wie die chilenische - weit von der Hauptstadt entfernt: 1000 km südlich von Lima liegen die alten Weinbautäler des Südens. 

Das Land ist riesig und vielfältig mit vielen verschiedenen Terroirs. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass der Wüstensand in Höhenlagen unter 800m ü.d.M. die Herstellung von Quebranta, Mollar und Albilla begünstigt.

Diese Sorten fühlen sich in sandigen Lehm-Terroirs sehr wohl, und ihre Stärke ist die Art und Weise, wie sie sich an die Dürrebedingungen (Wasserknappheit) angepasst haben.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass die höchsten und steinigsten Weinberge des Südens (auf mehr als 1300 Meter über dem Meeresspiegel), die optimalen Bedingungen für die Rebsorten Negra Criolla [Listán Prieto/País/Criolla Chica] und Moscatel (Muskat) bieten.

Zur heutigen Zeit werden allerdings andere Trauben produziert. Die heute angebauten internationalen Rebsorten kamen nach dem Pazifikkrieg und wurden fast ausschließlich in den Tälern von Ica, Cañete und Chincha in gemäßigten Höhenlagen angepflanzt. Im Ica-Tal funktioniert der Torrontés (torontel) gut und bietet mehr Frische als die gleiche Sorte, die in Argentinien angebaut wird.

 

Die Weinkellerei Tacama war erfolgreich mit Tannat, Petit Verdot und Carmenère; und Intipalka mit Sauvignon Blanc und Malbec. In Chincha gibt es einen Chenin Blanc an der Küste, der allmählich Beachtung findet, während in Apurimac ein Sauvignon Blanc hergestellt wird, der mehr und mehr an Beliebtheit gewinnt.

 

Welche Weingüter sind die wichtigsten in Peru? 

Zum Schluss stellen wir Dir noch 3 herausragende Weingüter aus Peru vor: 

  • TACAMA: Ist das älteste Weingut Südamerikas, sein Gründer war Francisco de Carabantes, der die Weinrebe nach Peru brachte. Diese Sorten werden hier hergestellt: Carménere, Malbec, Petit Verdot und Tannat.

  • TABERNERO: Es handelt sich um ein Weingut im Süden Perus, das seinen Ursprung im Jahr 1897 hat, sein Gründer war Franzose und hat Sorten wie Chardonnay, Syrah, Cabernet Sauvignon und Malbec eingeführt.

 

  • SANTIAGO QUEIROLO: Wurde vor 134 Jahren von italienischen Einwanderern gegründet. Die meist angebauten Trauben sind Sauvignon Blanc, Malbec, Syrah, Tannat und Chardonnay.

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